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Zu den arbeiten von Pedro Erwin Heckmann.
Erste arbeiten sind 1968/ 69 entstanden; bleibilder, objekte, radierungen, zeichnungen in mischtechnik.
Erste eisenplastiken 1979/ 80. Bedingt durch das damalige leben auf dem land, waren die bestandteile ausgediente landwirtschaftliche maschinen und geräte wie pflüge, heuwender und ähnliches. Später folgten arbeiten mit rest- und fundstücken industrieller produktion von schrottplätzen.
Aus diesen gefundenen formen bilden sich einprägsame plastiken und objekte auf einer neuen bedeutungsebene. Abhängig vom persönlichen erfahrungshorizont des betrachters ergeben sich neue zusammenhänge und assoziationen mit oftmals verblüffendem ergebnis, dazwischen und daneben gemeintes mit poetischer nuance.
Dem wesen Heckmanns und seiner arbeitsweise wäre es fremd, sich ausschliesslich einem bestimmten werkstoff und dem umgang mit ihm zu zuwenden. Der erfrischende und belebende wechsel von materialien und techniken ist dicht und vielfältig. Seine plastiken, objekte, materialbilder und installationen haben eins gemeinsam: hintergründigkeit, humor, erfindungsreichtum gepaart mit der ihm eigenen formensprache; erkennbar die einflüsse von fluxus, arte povera und dada. Die absichtsvolle, hintergründig raffinierte denaturierung und verfremdung von gebrauchsgegenständen gibt den blick frei auf eine neue, erfrischend andere sicht der dinge.
Heckmann lebt seit 1997 auf La Palma.
In ermangelung eines fundus von industriellem eisenschrott auf La Palma hat er sich u.a. auf ein anderes material verlegt: holz in form von transportpaletten.
Wie schon bei den eisenarbeiten werden diese paletten als modulares element in der montagetechnik des „object trouvé“ verwendet. Ungehobelt, in der rauhheit belassen, nur grob mit industriefarben kaschiert, werden sie in einer neuen formulierung transformiert zum träger neuer inhalte. Dabei ist die nicht beschönigte sichtbarkeit des arbeitsprozesses bestandteil der künstlerischen aussage.
In den materialbildern wirkt das gleiche prinzip fort: grobes trägermaterial kombiniert mit den verschiedensten materialien wie sand, pigmenten, blei, wachs, wellpappe und fundstücken verschiedenster form bilden neue bildformen aus, die zu kontemplativer betrachtung einladen.
Die ironische und kritische auseinandersetzung Heckmanns mit dem aktuellen weltgeschehen sind bestandteil vieler arbeiten, die dabei die eigenständige ästhetik seiner formensprache nicht schmälert.
Als beispiel für die vielschichtigkeit und kombinatorik sei die arbeit „Kein PRESTIGE, oder, spielball der interressen“ genannt. Hier wird ein aktuelles ereignis aufgegriffen und in durchdachter, subtiler form reflektiert.

Die fakten der katastrofe sind, obwohl chiffiert, vermerkt – das halbierte ölfass symbolisiert den versunkenen tanker „Prestige“ mit seinen 70.000 tonnen tödlicher fracht. Der akustisch vernehmbare walgesang (oder das klagelied) steht stellvertretend für die klage der gequälten kreatur, der montierte besen als synonym für die ungeheuren anstrengungen, die nötig sind, um der verheerenden verschmutzung herr zu werden.
Das montierte bild zeigt die darstellung von wasseroberfäche mit dem untergründigen aufbau aus bitumen, dem verwandten des schweröls, der montierte rote ball als metafer für die skandalöse globale vertretung egoistischer finanzieller interressen.
Als trägermaterial dient auch hier wieder die transportpalette, die in ihrer vielschichtigen bedeutung immer wieder verwendung findet – im positiven sinne als ideales transportmittel, im negativen als symbol für das zum teil irrsinnige hin- und hergefahre von warenströmen aller art.
Die retrospektive im februar 2004 zeigte über 150 arbeiten von 1972 bis 2004. Bleibilder, objekte, installationen, radierungen, eisen- und holzplastiken zeigten einmal mehr die vielseitigkeit und den souveränen umgang mit den verschiedenen werkstoffen.
Norman Nescio
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